Texte, Informationen und Hintergründe zum Zeitgeschehen

Beiträge zur Verbesserung unserer Diskussionskultur

Argumente bedeutet […], es geht nicht um die Meinungen, um die wir streiten, sondern um die Argumente, die diese Meinungen vertiefen.

Michel Friedmann bei einem Podiumsgespräch der Zeit-Buceriusstiftung, 16.4.2025

Die öffentliche Auseinandersetzung um den Krieg in der Ukraine, den Gazakrieg und andere Konflikte ist geprägt vom rechthaberischen Streit um die richtige Sichtweise auf und die eigene Meinung zu den jeweiligen Konflikten. Es geht aber um die Argumente und nicht um ideologische Grundhaltungen und politische Vorlieben.

Ich möchte mit Analysen von Texten, die ich für wichtig, auch abschreckend wichtig, halte, zur Versachlichung der Diskussion beitragen.

Informationen, Textanalysen, Kommentare und Kurzvideos zu aktuellen Konflikten

Wenn Sie den unten stehenden Links folgen, finden Sie Kommentare, Textanalysen und Kritiken.

Ukraine

Gaza

Gegen nationalistischen Egoismus und den Geschichtsrevisionismus der Rechtsextremen

Empathie und Veränderungsbereitschaft als Tugenden in unserer Demokratie

Uli Fischer-Weissberger, 2.6.2025

Heute ist für mich ein denkwürdiger Tag, auch in Polen wurde ein rechtsnationalistischer Präsident gewählt und gerade komme ich zurück von der Trauerfeier für Hans-Peter Herrmann, er war Professor für Germanistik und hat mein Denken und Handeln als Lehrer maßgeblich geprägt. Er steht für Freiheit und Veränderung nicht nur in Universität und Schule, sondern auch in allen gesellschaftlichen Bereichen, für eine aufgeklärte und menschenfreundlich Zuwendung zum Anderen. Diese Haltung fehlt heute in unserer Öffentlichkeit. mehr

Krieg ist nicht gleich Krieg

Kritik einer Rede von Frau Dr. Käßmann, 20.4.2025

Vom fehlenden Mut der „alten“ Friedensbewegung, Kriege so zu sehen, wie sie sind, und vom Festhalten an unrealistischen Prinzipien

Frau Käßmann stellt die Friedensbewegung nicht nur ins argumentative Abseits, sondern verwechselt Empathie mit sentimentalem Mitleiden.

Wenn Pazifismus bedeutet, gegen den Krieg zu sein, bin ich natürlich Pazifist. Wenn es so verstanden wird, dass man sich niemals wehren darf, dann war ich nie einer. Wir leben nicht in einer theoretischen Welt. Wenn du Zeuge eines Verbrechens wirst und es beenden kannst, dies aber unterlässt, dann wirst du zum Komplizen. Du übst Gewalt aus, indem du Gewalt nicht verhinderst. (Maksym Butkevych, ukrainischer Pazifist und Menschenrechtler, Zeit, 1/2025)

Im Folgenden möchte ich die Rede, die Frau Dr. Margot Käßmann, Friedensaktivistin und ehemalige Ratsvorsitzende der evangelischen Kirche, auf einer Vortragsveranstaltung in Bielefeld am 22.2.2025 hielt, besprechen. mehr

Wie mangelnde Gesprächsbereitschaft und Kompromissunfähigkeit die Dommusik am Freiburger Münster nachhaltig beschädigten

Und
Wie aus Applaus ein Eklat wurde

Es ist zutreffend, dass die Kommunikation der Kirchenobrigkeit zu den Ereignissen in der Weihnachtszeit 2024/25 am Freiburger Münster katastrophal war. Dies ist aber nicht mit dem Verhalten einzelner zu erklären. Dahinter steckt eine Haltung, die von der Überzeugung geprägt ist, Recht zu haben und sich von „Gott“ ermächtigt zu sehen. Es ist eine undemokratische Haltung, die Fakten und die gesellschaftliche Realität verleugnet. Leider prägt diese Haltung nicht nur den Diskurs der Kirchenoberen, sondern prägt auch die öffentliche Auseinandersetzung und den Diskurs der Betroffenen innerhalb der jeweiligen „Blasen“. mehr

Keine Rechtsextremen in die Politik integrieren.

Und er blieb doch ein Mensch

Screenshot

Einschätzung der Lage in Israel und in Gaza unter dem Gesichtspunkt der legitimen Sicherheitsinteressen Israels

Dieser Text meines Freundes Norbert Bowe ist ein Versuch, die Situation in Israel und Palästina Ende 2024 zu analysieren, wichtige Schlussfolgerungen für die deutsche und europäische Politik zu ziehen und dabei den Menschenrechten und den berechtigten Sicherheitsinteressen Israels gerecht zu werden.

Gegen Geschichtsmythen

Zu einer Rede von Marko Martin anlässlich des Gedenkens an die Friedliche Revolution vom 9.11.1989

Der folgende Text behandelt eine Rede des Schriftstellers Marko Martin. In ihr kritisiert dieser den beschönigenden Umgang mit der „Friedlichen Revolution“ von 1989, dabei verweist er auf „Demokratiedefizite“ und nationalistische Motive von Beteiligten und der passiven Mehrheit der DDR-Bürger. Es lohnt sich, die Rede anzuhören, hier ein Link

Ebenso wird in der Rede deutlich, welche historischen Zusammenhänge zum Ukrainekrieg geführt haben. Marko Martin kritisiert u.a. die russlandfreundliche Haltung von Politikern wie Egon Bahr, Gerhard Schröder oder Bundespräsident Steinmeier und deren Abwertung von osteuropäischen Stimmen, wie von Solidarność oder den Revolutionären des Maidan. Er fordert die heutigen Politiker auf, sich nicht auf die Populisten des BSW einzulassen und die Ukraine in ihrem Freiheitskampf weiterhin zu unterstützen.

Die Zwei-Staaten-Lösung wäre ein Desaster

Ebenso verhält es sich im Konflikt im Nahen Osten. Hier darf der absolute Zerstörungwille von Hammas und Hisbollah ebensowenig negiert werden wie der inakzeptable Gewaltapparat der israelischen Regierung in Gaza und im Westjordanland. Wir dürfen hier nicht in sachlich unbegründete Ideologien verfallen, sondern sollten, wie unter anderem Publizistinnnen wie Eva Illouz, die jeweilige Situation beschreiben und uns nicht von Emotionen wie Furcht oder Wut dominieren lassen.

Humane und von Empathie getragene Verhältnisse können m.E. nur so erreicht werden.

Eure Fast Food Argumente

Eva Illouz kritisiert in ihren wissenschaftlichen Arbeiten, wie und mit welchen Emotionen in den modernen liberalen Gesellschaften mit Problemen und Krisen umgegangen wird. Sie verweist auf die Vernachlässigung emotionaler Aspekte in der politischen Analyse und zeigt, wie Gefühle wie Enttäuschung, Furcht und Neid das individuelle und kollektive Verhalten prägen.

Gegen dehumanisierenden Rassismus und dämonisierenden Antisemitismus

Ein sachlicher Blick auf den Nahostkonflikt

Sein Gegenüber als gleichwertigen Menschen anerkennen und ihn nicht dämonisieren

Die Situation im Nahostkonflikt sollten wir sachlich betrachten und die ideologisch verbrämten Feindbilder dekonstruieren. Herausragend gelingt dies Tom Khaled Würdemann in seinem Gastbeitrag aus Zeitonline vom 17.8.2024. Er zeigt, wie die arabisch-palästinensische Seite durch einen dämonisierenden Antisemitismus Israel bedroht und wie der von einer vermeintlichen Überlegenheit geprägte Rassismus in Israel zu einer empathielosen Kriegsführung führt und die Palästinenser nicht als gleichwertige Menschen behandelt.

Ich habe im nachfolgenden Text die zentralen Begriffe, Gedanken und Aussagen markiert, ein weiterer Kommentar erübrigt sich.

Die Menschen in der Ukraine wollen frei von russischer Fremdherrschaft leben.

Ein Videoversuch zum Thema

Keine rechten Taktierereien mit dem Migrationsthema

Ein weiteres Kurzvideo

WAS BRINGT UNS ENDLICH AUF NEUE GEDANKEN?

Überlegungen zu einem Text von Maximilian Probst

Kipppunkte verstellen, als von einer einseitigen Perspektive in die andere fallend, den weiten Blick auf die Wirklichkeit, sie verhindern Diskurse und den Austausch, die zur Lösung von Problemen führen können. Wir müssen Situationen beschreiben, die jeweiligen Perspektiven einnehmen – von Realem erzählen.

Ausgehend von sprachphilosophischen Erkenntnissen Ludwig Wittgensteins kritisiert Maximilian Probst die herkömmliche bewertende und einseitige „Diskussionskultur“ in Bezug auf den Krieg im Gazastreifen. Dies könnte auch auf andere Konflikte wie z.B. den Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine oder den menschengemachten Klimawandel angewendet werden.

Im folgenden kommentiere und erläutere ich den Text von Maximilian Probst. Dabei gebe ich den Text im Wortlaut wieder, markiere mir wichtige Aussagen, hebe Textstellen hervor und schreibe meine Erläuterungen und Kommentare in den Text in blau-kursiv. Der Originaltext ist in schwarz gesetzt.

Uli Fischer-Weissberger, 5.6.2024

„Nationalstaatsdenken“, Relikt aus dem 18./19. Jahrhundert, 3.4.2024

Der verbrannte Begriff der Nation
Das Nationalstaatsdenken und der Nationalismus haben sich zunehmend als fatal und zerstörerisch erwiesen. Es ist an der Zeit, davon wegzukommen. mehr

Zur Diskussion, 19.2.2023

Keine Entscheidungen zum russischen Angriffskrieg ohne den Hauptbetroffenen, die Ukraine

Die Diskussion um den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine wird zunehmend von Stimmen geführt, die einen sofortigen Waffenstillstand und Friedensverhandlungen fordern. Es wird dabei auf das Friedensgebot des Grundgesetzes verwiesen und auf das Verbot in Krisengebiete Waffen zu liefern. Dabei wird nicht darauf eingegangen, was dies für die Menschen in der Ukraine und für die weitere Zukunft in Europa bedeuten würde. Denn dieser Waffenstillstand würde große Teile der Ukraine Putins Russland ausliefern. Dies würde nicht nur bedeuten, dass dies für die Menschen dort Gewaltherrschaft und die Aufgabe ihrer nationalen Identität bedeuten würde, sondern würde Putin dazu ermutigen, in seiner imperialistischen Politik fortzufahren.

Bei der historischen Dimension des Konflikts weisen viele Stimmen zurecht darauf hin, dass Deutschland auch die Verpflichtung besitze, die Ukraine zu unterstützen, da die deutsche NS-Herrschaft dort Millionen von Menschen das Leben gekostet hat.

Mich verwundert zusehends, dass Historiker nicht auf die Situation von 1938 eingehen, als die Westmächte ohne die Betroffenen, die Tschechoslowakei, mit NS-Deutschland und dem faschistischen Italien, um den Frieden zu erhalten, das Münchner Abkommen abschlossen. Dies war die Eintrittskarte für Hitlers Angriffs- und Großmachtkriege in Europa.

Pazifismus bedeutet nicht, sich schutzlos auszuliefern. Eine Kritik des Artikels: Krieg ist die falsche Reaktion auf Krieg von Prof. Wolfram Wette, SZ, 20.1.2023

mehr

Heinz Drossel, Retter in Uniform

Heinz Drossel starb vor 16 Jahren, am 28. April 2008.

Ehrentag für Heinz Drossel am 17. September 2023 in Simonswald

mehr Informationen

Zu Heinz Drossel

Unterrichtsmaterialien und Anregungen für den Unterricht

Für interessierte Kolleg*innen habe ich Unterrichtsmaterialien zusammengestellt und eine Doppelstunde als Einführung oder Kurzinformation zu Heinz Drossel konzipiert.

Inhalt der Broschüre

1. Anschreiben an Kolleg*innen und Unterrichtsvorschlag

2. Plakatstellwände zu Heinz Drossel

3. Zeitkontext zu Heinz Drossels Leben (Vorschlag Weissberger)

Schülerarbeitsblätter

3.1. Kindheit in der Weimarer Republik

3.2. Jugend im Nationalsozialismus

3.3. Im Krieg: Erlebnisse und Rettungstaten

3.4. Rettungstaten auf Heimaturlaub

3.5. Leben in der BRD

4.1. Zusatzmaterial 1 (Bewerbungsunterlagen zum

       Hosenfeld-Szpilman-Preis)

4.2. Zusatzmaterial 2 (Anhang zu den Bewerbungs-

       unterlagen zum Hosenfeld-Szpilman-Preis)

Am 8. Juli 2022 verstarb unser Freund Werner Reich

Er hat uns Wichtiges erzählt und durch seine zugewandte Haltung gezeigt, dass die Menschlichkeit möglich ist. Wir sind traurig.