Überlebende des Holocaust erzählen

Erinnern, Gedanken zur Erinnerungsarbeit aus dem Jahr 2003

von Uli Fischer-Weissberger

Von der Geschichtlichkeit der Naziverbrechen


Die einstige Gegenwart weigert sich Vergangenheit zu werden, wenn die Trauerarbeit fehlt. Denn das individuelle und kollektive Vergessen von Singulärem, von Gewesenem braucht das Bewusstsein von dessen Vorhandensein. Vergessen wird zu krankmachendem Verdrängen, wenn das Vergangene nicht „sein durfte“. Erst die Trauerarbeit, die im Sichtbarmachen des Gewesenen besteht, ermöglicht, dass der nicht wiedergutzumachende Schaden vom Opfer verziehen wird. Nur so wird die Vergangenheit überholt, wird Bestandteil der Geschichte.
Die Naziverbrechen sind Teil unserer Geschichte, Teil der Geschichte jedes einzelnen Deutschen, der Gemeinden in Deutschland und unseres Staatswesens. Sie können aber erst zur Geschichte werden, wenn auf allen drei Ebenen Trauerarbeit geleistet wird. Diese Trauerarbeit muss von jeder Generation auf ihre Weise geleistet werden, so versöhnt diese sich mit ihrer Geschichte; sie leistet die ihr gemäße Erinnerungsarbeit…

Gespräche und Vorträge am Geschwister-Scholl-Gymnasium, Waldkirch

Film zum Vortrag und Gespräch am GSG, 2018

Dieser Film entstand bei einem Besuch Prof. Günter Fontheims (1922-2019) bei seinem Freund und „Retter“ Heinz Drossel. Herr Fontheim erzählt von seinem Leben im Versteck in einer Laubenkolonie als Untergetauchter im zerbombten Berlin, er und Heinz Drossel äußern sich im Anschluss daran zu Tätern und Zivilcourage in der NS-Zeit.
Im Wald von Pivonje, bei Ukmerge in Litauen, 2008
Israel Bakaloras und Juliane Zarchi an dem Ort, wo ihre Angehörigen ermordet wurden.
Geschwister-Scholl-Tage 2008
Holocaustüberlebende aus Litauen und Lettland zu Besuch an unserer Schule
Juliane Zarchi erzählt

Juliane Zarchi überlebte den Holocaust in Litauen als Kind, zunächst getrennt von ihrer Mutter im Ghetto, nach der Befreiung wurde sie von den Sowjets für 16 Jahre mit ihrer Mutter nach Tadschikistan verbannt.

Auf einer Veranstaltung, organisiert von Frau Margot Zmarzlick, erzählen Holocaustüberlebende aus dem Baltikum von ihrem Schicksal und es werden Lieder aus Theresienstadt vorgetragen. Die Veranstaltung fand im Jahr 2008 im Gemeindehaus von Sankt Barbara in Freiburg-Littenweiler statt.
Trailer zum Film: Heinz Drossel und Arno Lustiger erinnern sich

Arno Lustiger ist Überlebender des Holocaust, er musste mehrere KZs und zwei Todesmärsche ertragen. Er blieb in Frankfurt und ist Mitbegründer der zionistischen Bewegung in der Bundesrepublik. Heinz Drossel ist ein sogenannter stiller Held. Er rettete mehreren Menschen in der Zeit des Nationalsozialismus das Leben. Zusammen erinnern sich beide an die Schrecken der Lager und Verfolgung. Gemeinsam äußern sich beide vor Schülerinnen und Schülern der Oberstufe zu Schuld und Erinnerung in unserer Gesellschaft. Der Film wurde für die öffentliche Veranstaltung anlässlich des Auschwitzgedenktages 2004 produziert. Arno Lustiger verstarb 2012, Heinz Drossel 2008.
Film zum Auschwitzgedenktag 2005 am Geschwister-Scholl-Gymnasium in Waldkirch
Der Kleine Junge von Dagda
Heinz Drossel erzählt von einem Massaker im Baltikum
Die Ermordung eines alten Juden
Heinz Drossel erzählt aus dem Vernichtungskrieg

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